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Die Ära Hoeneß ist beendet

Veröffentlicht: 15. März 2014 in FC Bayern, Fußball, Hoeneß

Es ist für den Verein FC Bayern München sehr von Vorteil, dass Hoeneß sich nun von allen Ämtern zurückgezogen hat. Dafür congratulations Uli Hoeneß.

So macht er den Weg frei für einen fälligen Generationswechsel an der Spitze des derzeit erfolgreichsten Vereins Europas.

Jeder weiß um die Verdienste des Uli Hoeneß um den FC Bayern, aber nun müssen jüngere Protagonisten die Führung des Vereins übernehmen, die wunderbare Verpflichtung von Sammer war da nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Beckenbauer als Interims-Präsident wäre eine Ideallösung, um die Bayern wieder in ruhigere Fahrwasser zu steuern, derweil man überlegt, wie und vor allem mit wem der Vorstand ergänzt werden könnte als langfristige Perspektive.

Ich könnte mir in Zukunft sehr gut Rummenigge als Präsidenten vorstellen und Oliver Kahn als seinen Nachfolger im Vorstand des FC Bayern München.

Oliver Kahn ist der legitime Nachfolger von Uli Hoeneß, der von diesem in seiner Art und Weise perfekt den Stab übernehmen könnte, mit jeder Faser Bayern München und er wäre ein kongenialer Partner für Sammer. Und darüber hinaus auch mit dem nötigen internationalen Renommee versehen, Oli Kahn ist weltweit ein Begriff.

Das wäre das Traum-Duo der Zukunft: Matthias Sammer und Oliver Kahn. Da wirkt selbst Hoeneß fast zahm dagegen.

uli-hoeness

Nun hat sich ja die ganze Republik schön echauffiert über Uli Hoeneß und seinen Auftritt bei der JHV des FC Bayern.

Zugegeben, die Causa Hoeneß stellt sich sehr zwiespältig und ambivalent dar, besonders dann, wenn man Fan des FC Bayern ist.

Alle die, die Uli Hoeneß schon immer gehasst haben, sehen sich nun mehr als bestätigt, da scheint der Ruf nach Verurteilung noch das Mindeste, man will ihn am Pranger, etliche würden ihn am liebsten lynchen wenn man so manche Äußerung auf Facebook & Co. liest.

Uli Hoeneß hat mit der Steuerhinterziehung – in welcher Höhe auch immer – den Fehler seines Lebens begangen, für den er noch lange büßen wird. Er hat sich jahrzehntelang immer auf das hohe Moralpodest begeben und andere angeklagt, und nun ist er selbst der Schuldige, der Sünder, für viele der Verbrecher.

Soziales Engagement und private Spenden wiegen sein Vergehen nicht auf und es ist höchst problematisch das selbst in seiner Rede gegeneinander aufzuwiegen und überhaupt in Beziehung zu setzen.

Dennoch ist der Moment, als Rummenigge beginnt die Verdienste von Uli Hoeneß um den FC Bayern zu erwähnen, absolut authentisch, wenn man genau hinhört versagt Rummenigge dabei fast die Stimme, und Uli Hoeneß verliert komplett die Fassung.

Uli Hoeneß war schon immer sehr speziell und besonders, vor allem seitdem er Manager des FC Bayern war, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass er einer der erfolgreichsten Manager überhaupt war. Kein Verein ist finanziell solider in der Welt aufgestellt als der FC Bayern.

Er hat sich immer mit Haut und Haaren dem FC Bayern verschrieben, oftmals zu sehr, hat immer gebissen und geschrien wenn man den FC Bayern angegangen ist. Dieses Herzblut ist echt, Uli Hoeneß kann nicht anders, und sein Statement zum Ende seiner Rede war das pure Credo, es hat schon etwas von Martin Luthers Auftreten seinerzeit 1521 auf dem Reichstag zu Worms – „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ – „Ich werde diesem Verein dienen so lange ich atmen kann.“

Egal wie man zu Ulrich Hoeneß steht und wie man das Ganze beurteilt, aber diese doch sehr menschliche und emotionale Komponente sollte man nicht unberücksichtigt lassen.

Oder möchten Sie die Fassung vor mehreren tausend Menschen verlieren und in Tränen aufgelöst vor den Kameras stehen?

Doch wohl eher nicht.