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Nun hat sich ja die ganze Republik schön echauffiert über Uli Hoeneß und seinen Auftritt bei der JHV des FC Bayern.

Zugegeben, die Causa Hoeneß stellt sich sehr zwiespältig und ambivalent dar, besonders dann, wenn man Fan des FC Bayern ist.

Alle die, die Uli Hoeneß schon immer gehasst haben, sehen sich nun mehr als bestätigt, da scheint der Ruf nach Verurteilung noch das Mindeste, man will ihn am Pranger, etliche würden ihn am liebsten lynchen wenn man so manche Äußerung auf Facebook & Co. liest.

Uli Hoeneß hat mit der Steuerhinterziehung – in welcher Höhe auch immer – den Fehler seines Lebens begangen, für den er noch lange büßen wird. Er hat sich jahrzehntelang immer auf das hohe Moralpodest begeben und andere angeklagt, und nun ist er selbst der Schuldige, der Sünder, für viele der Verbrecher.

Soziales Engagement und private Spenden wiegen sein Vergehen nicht auf und es ist höchst problematisch das selbst in seiner Rede gegeneinander aufzuwiegen und überhaupt in Beziehung zu setzen.

Dennoch ist der Moment, als Rummenigge beginnt die Verdienste von Uli Hoeneß um den FC Bayern zu erwähnen, absolut authentisch, wenn man genau hinhört versagt Rummenigge dabei fast die Stimme, und Uli Hoeneß verliert komplett die Fassung.

Uli Hoeneß war schon immer sehr speziell und besonders, vor allem seitdem er Manager des FC Bayern war, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass er einer der erfolgreichsten Manager überhaupt war. Kein Verein ist finanziell solider in der Welt aufgestellt als der FC Bayern.

Er hat sich immer mit Haut und Haaren dem FC Bayern verschrieben, oftmals zu sehr, hat immer gebissen und geschrien wenn man den FC Bayern angegangen ist. Dieses Herzblut ist echt, Uli Hoeneß kann nicht anders, und sein Statement zum Ende seiner Rede war das pure Credo, es hat schon etwas von Martin Luthers Auftreten seinerzeit 1521 auf dem Reichstag zu Worms – „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ – „Ich werde diesem Verein dienen so lange ich atmen kann.“

Egal wie man zu Ulrich Hoeneß steht und wie man das Ganze beurteilt, aber diese doch sehr menschliche und emotionale Komponente sollte man nicht unberücksichtigt lassen.

Oder möchten Sie die Fassung vor mehreren tausend Menschen verlieren und in Tränen aufgelöst vor den Kameras stehen?

Doch wohl eher nicht.

Nun jubeln sie alle den FC Bayern und insbesondere seinen Trainer Guardiola hoch ob seiner vermeintlichen taktischen Meisterleistung gegen die Mainzer am vergangenen Samstag.

Ich denke man ist sehr gut beraten auf dem Boden zu bleiben und sich einmal näher mit der Ausgangssituation in der Halbzeitpause auseinanderzusetzen.

Denn welche Alternativen hätte Guardiola nach der zusätzlichen Verletzung von Dante noch gehabt?

Er war gezwungen umzustellen und deutlich höheres Risiko zu gehen (Götze für Rafinha, Alaba für Dante) um den Halbzeitrückstand noch zu drehen. Die Dauergoalgetter Robben und Müller taten das wofür sie bezahlt werden, die Kräfte der Mainzer und damit einhergehend deren Konzentration ließen nach und dann war es auf einmal ein Spiel ganz nach dem Geschmack des FC Bayern, was Wunder.

Dazu kam ein sehr gut aufspielender Götze, dessen Form an diesem Nachmittag auch nicht vorherzusagen war, ihm schien der Einsatz im DFB-Dress sehr gut getan zu haben. Aber seine Einwechslung war alternativlos um die Offensive zu stärken und mit Robben und Müller zusammen flexibler zu machen.

Also alles in allem kein Hexenwerk des Trainers, sondern sehr wohl durch eine besondere Konstellation an diesem Nachmittag erst möglich und vor allem erforderlich geworden. Guardiola hat meiner Meinung nach wesentlich mehr reagiert denn agiert. Auch wenn natürlich ein Ribéry in seiner aktuellen Form nicht zu ersetzen ist und sehr fehlte, vor allem in der ersten Hälfte.

Man muss die Spiele gegen Dortmund in der Liga und ab dem Achtelfinale in der Champions Leaugue abwarten um wirklich beurteilen zu können, wie variabel die Bayern aktuell taktisch agieren können.

Keine Frage, es war ein glücklicher, wenn nicht sogar ein sehr glücklicher Sieg der Bayern in Frankfurt. Herr Gagelmann hat alles dafür getan, um in Hessen die mega persona non grata zu sein und zugleich die sogenannten „Dusel-Bayern“ wiederauferstehen zu lassen.

Die Bayern wären mit einer besseren Schiedsrichterleistung sicher um einiges glücklicher gewesen, auch wenn die Diskussion um den Referee von den aktuellen Problemen der Bayern ablenkt.

Es fehlt derzeit noch an der Konstanz in den Defensiv- wie Offensivleistungen, der eine oder andere Spieler wirkt etwas gehemmt, und wenn man die Gesichter von Mandzukic und Robben am Samstag genau studierte, waren beide alles andere als glücklich und zufrieden.

Guardiolas Systemumstellung respektive Systemmodifizierung braucht in der Verinnerlichung bei den Akteuren noch einige Wochen bis alles rund läuft, das braucht Zeit, auch wenn Guardiola keine hat, nützt alles nichts, dafür wird das Ergebnis ein noch schneller kombinierender FC Bayern sein, der mit höherer Chancenverwertung dann auch deutlich mehr Tore erzielen wird.

Dennoch prognostiziere ich heute mal eine weiterhin wackligere Defensive als noch letzte Saison, man wird den Minusrekord an kassierten Toren diese Saison nicht unterbieten können – vor allem dann, wenn die Gegner früher ihren Respekt ablegen und die Räume nutzen, die ihnen die Bayern ein ums andere Mal anbieten. Oder deutlich stärkere Gegner kommen als Gladbach und Frankfurt.

Dafür wird sich Manuel Neuer diese Saison deutlich häufiger auszeichnen können als noch in der vergangenen, Löw wird es dem FC Bayern danken, wenn er 2014 über eine noch bessere Nr. 1 in Brasilien verfügen kann.

Der Saisonauftakt des FC Bayern gestaltet sich holprig und Guardiola kann froh und glücklich sein mit 6:0 Punkten in die Saison gestartet zu sein, bei 3 Punkten weniger gäbe es deutlich mehr Stirnrunzeln bei den Protagonisten an der Säbener Straße.

Ausgerechnet Robben

Veröffentlicht: 27. Mai 2013 in FC Bayern, Fußball, Internet, robben

Arjen Robben wurde zum Helden des Endspiels, zum Königsmacher par Excellence. Ausgerechnet er.

Wie viele Chancen in den vorangegangenen und auch in diesem Endspiel hat er liegengelassen, vergeben, versemmelt.

Es gibt sehr viele Bayern-Fans, die ihn gerne vor der Saison verkauft hätten, den schon als Glasmann titulierten Holländer ob seiner Verletzungsanfälligkeit.

Und dann noch sein ausgeprägtes Ego, das Arjen Robben permanent über die Mannschaft zu stellen schien, sein Egoismus auf dem Platz, wo er so manches Mal einen Mitspieler in aussichtsreicherer Position übersah und selbst abzog.

Auch diese Saison war es mal wieder eine längerfristige Verletzung, die ihn zunächst in der Hinrunde aussetzen ließ.

Sein größtes Glück war die Verletzung von Kroos gegen Juventus Turin. Ohne diese Verletzung und die damit erzwungene taktische Umstellung säße Robben wahrscheinlich heute immer noch auf der Bank.

Robben, Heynckes und der FC Bayern haben einfach auch das nötige Quentchen Glück gehabt, eine Fügung des Schicksals, die enorm geholfen hat. Der Schub, den die Bayern dadurch bekamen, hat sie bis zum Sieg getragen.

War Arjen Robben 2010 gegen Inter Mailand nicht zu sehen, gegen Chelsea unglücklich agierend bis hin zum verschossenen Elfmeter, hat er nun alles vergessen lassen mit diesem einen wunderschönen Tor, mit diesem einen Ausnahmemoment ist er nun ein ganz Großer geworden, er hat Geschichte geschrieben in Wembley.

Hoffentlich werden wir mit ihm noch viele solcher Momente erleben, sehr gerne schon am kommenden Samstag in Berlin gegen den VfB Stuttgart im DFP-Pokal-Finale.

Keine Frage, es war gestern Abend schon eine sehr starke Vorstellung der Bayern, vor allem Ribéry konnte sogar in der 2. Halbzeit zum Leidwesen seiner Gegenspieler noch einmal zulegen.

Nur darf dabei eines nicht vergessen werden: die ursprüngliche Aufstellung und die damit verbundene tatktische Ausrichtung haben nicht gegriffen.

Erst durch die erzwungene Auswechslung von Kroos und die Hereinnahme Robbens, Müller ins Zentrum, Robben auf den rechten Flügel, war die Folie gefunden um die Italiener gehörig unter Druck zu setzen. Juve hatte gehörigen Respekt vor Robben und ließ ihn ein ums andere Mal auf dem rechten Flügel für Gefahr sorgen.

Wenn man sich fragt was Guradiola nächste Saison besser machen kann dann genau das: nämlich von Anfang an für jeden Gegner die passende Taktik respektive die damit verbundene Aufstellung zu haben, besonders in der Champions Leaugue.

Heynckes hat gestern einfach Glück gehabt. Er sollte Arjen Robben in einer stillen Sekunde einfach mal danke sagen.

Arsenal und die gestrige Heimniederlage kamen hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt, denn nun geht die Saison auf die Zielgerade, und die Bayern sind ohne Ribéry und Schweinsteiger offensichtlich noch nicht mal die Hälfte wert.

2 Tore gefangen, keins erzielt, und auf der letzten Rille ins Viertelfinale gezittert, das ist der FC Bayern im März 2013.

Es ist sicherlich richtig, dass den Bayern national die Herausforderung bzw. mehrere Gegner auf Augenhöhe fehlen, aber zumindest in der Champions Leaugue muss man sich immer motivieren können, auch wenn Ribéry und Schweinsteiger in ihrer aktuellen Form nicht zu ersetzen sind.

Und wenn man sich fragt, was Pep Guardiola beim FC Bayern noch bewirken kann, dann ist es mehr Stabilität und Konstanz in den Leistungen und eine noch druckvollere und offensivere Ausrichtung.

Gestern Abend hat man gesehen, dass für Heynckes die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen und dass Guardiola dem FC Bayern mehr als gut tun wird, das war genau die richtige Entscheidung.

Ganz abgesehen davon, dass Guardiola eine sehr große Strahlkraft international hat, die es ermöglichen wird mal richtige Kracher nach München zu holen.

Es wird Zeit für die Falcaos, Cavanis, Rooneys, Suarez´& Co.

Das ist der Transfercoup der Winterpause, der BVB verpflichtet zunächst auf Leihbasis mit späterer Kaufoption Nuri Sahin für die Rückrunde.

Was für ein Kracher – Sahin ist für die Champions League spielberechtigt und wird der Borussia auch im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen die Bayern helfen können.

Das Mittelfeld des BVB kann sich nun sehen lassen und ist meiner Meinung nach das beste der Liga, weil extrem offensiv- und kombinationsstark (Reus, Götze, Sahin), sehr jung und vor allem wenig verletzungsanfällig.

Ganz im Gegensatz zu meinen geschätzten Bayern, die Wahrscheinlichkeit, dass Robben & Ribéry einmal zusammen in Topform spielen tendiert mehr als gegen Null.

Darüber hinaus ist Ribéry gegen Dortmund und auch für ein mögliches Halbfinale rotgesperrt. An dieser Stelle wage ich einmal die Prognose, dass Dortmund das Viertelfinale in München für sich entscheiden wird und die Bayern Meister werden.

Sammer & Co. wären gut beraten sich über ihre Transferpolitik noch einmal Gedanken zu machen. Die Sperre von „den ich hau ich jetzt mal um“-Boateng und die Verletzung von Badstuber lassen für die Champions League nichts Gutes erwarten.